Sommerzeit ist Shoppingzeit! Doch nach so mancher Shoppingtour könnte einem plötzlich auffallen, dass man sich fast die Klamotten seines Sims gekauft hat. Und dass man zunehmend zur Blaupause seines Sim wird. Wer steuert da eigentlich wen?
Ein ironischer Kommentar.
Rockstar werden – nicht Nerd!
Eigentlich sollte man mit seinen Sims ein wenig aus dem real gelebten Gewohnheitstrott ausbrechen. Vielleicht Politiker oder Wirtschaftsboss werden, oder ein illustrer Autor, der wie Thomas Mann einen Hang zu Villen besitzt. Und diese kann man in Sims3 teuer und komfortabel gestalten.
Auf dem Tisch stünde auch die Option, sich zu einem Wissenschaftsgenie zu entwickeln. Oder warum nicht gleich Rockstar werden? Schließlich können die Sims der dritten Generation auch Gitarre spielen. Zumindest wenn man sie vorher ein wenig üben lässt.
Hilfe! Mein Sim ist ein Geek!
Gerade im Kontext zu diesen Gedanken könnte man als Spieler eventuell erschreckt feststellen, dass der eigene Sim so gar nicht wie ein Autogramme gebender und Groupies vernaschender Rockstar ist, sondern ein Einzelgänger und Stubenhocker. Und das erste Mal, als er seinen Computer geschrottet hat – bevor er die Skills besaß, ihn mit wenigen Handgriffen zu reparieren – musste er sich vor Schock sogar übergeben. Sogar die Spielkonsole, die er sich so dringend gewünscht hat, würdigt er zugunsten von PC-Spielen keines Blickes.
So nachvollziehbar dieses Verhalten auch sein mag, wäre es vielleicht doch mal interessant, etwas anderes zu erleben. Vielleicht sollte man seinen Sim, wenn er schon so sehr auf digitale Unterhaltung abfährt, wenigstens eine Cybermaske gönnen. Im wirklichen Leben bleibt einem ein solch aufregender und wünschenswerter Fortschritt der Technik wohl leider noch verwehrt.
Shopping unter dem Sims-Stern
Der Einfluss von Sims3 (oder der Vorgängerversion) kann im Einzelfall sogar das Verhalten beim Shopping beeinflussen. Man könnte plötzlich entdecken, dass sowohl der Kauf des Pullovers wie auch der avantgardistisch wirkenden Männerschals nicht gerade von einem Modemagazin beeinflusst waren, sondern von einem Outfit im Sim-Shop. Und das neue Totenkopf-T-Shirt wie auch die zerfetzte Jeans orientieren sich eigentlich an der Abendgarderobe des Sims.
Der positive Einfluss der Sims
Da stellt sich schon die Frage, ob das noch wünschenswert ist. Doch vielleicht sollte man das Phänomen der optischen Beeinflussung durch digitale Sims locker sehen – und all seinen Sims das Prädikat “reich und schön” verpassen. Und mit deaktivierter Alterung etwas Glück tritt dann auch noch eine Art Dorian-Gray-Effekt auf, in der man weder böse und gemein wird, noch das Pendant auf dem Gemälde altert.
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